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Renato Gunc 27.02.2020
Quantum Computing web

Quantencomputer im Zahlungsverkehr

Die Zukunft des Zahlungsverkehrs und des Kreditgeschäfts obliegt weiterhin kleiner technischer Weiterentwicklungen, auch nach der Einführung von SEPA, QR-Codes und der Adaption des EU PSD2 Standards für die Schweiz. Allerdings zeichnet sich momentan eine neue technische Revolution am Himmel ab, die die geplanten Investitionen um Längen in den Schatten stellen wird: Die Quantentechnologie, auch Quantenmechanik genannt.

Ein Game Changer, der das Potential aufweist, dass sich die Banken bald die Sinnfrage stellen könnten. Bin ich der erste der sich diese Gedanken macht? Nein, sicherlich nicht. Trotzdem versuche ich im vorliegenden Gedankenexperiment, die Perspektive des Game Changers einzunehmen und die Szenarien für den Zahlungsverkehr durchzudenken.

Quantencomputing als Game Changer?

Zuerst müssen wir klären, was es bedeutet, ein Game Changer zu sein? Ich entscheide mich an dieser Stelle für eine vereinfachte Definition: Game Changing sind neue Technologien, die effizienter werden als ihre Vorgängerinnen, sowie neue Produkte, die alte Produkte obsolet machen und bisherige Spielregeln infrage stellen. Allerdings verändern diese Produkte nur etwas, wenn sie vom Markt aufgenommen und verwertet werden können. Quantencomputer erfüllen sicherlich das Kriterium, eine völlig neue Technologie zu sein und bisherige Kategorien nicht nur immens zu übersteigen, sondern zu sprengen.

Ob Quantencomputer sich auch am Markt bewähren werden, ist momentan noch unklar. Der Tenor in den Medien und Gesprächen ist es momentan, dass Quantencomputing die Marktreife momentan noch nicht erreicht hat und auch noch nicht kommerzialisiert werden kann. Dies mag so stimmen, ganz genau vermag es niemand zu prognostizieren. Experten rechnen mit 5 bis 10 Jahren bis zur Marktreife. Ich persönlich aber vermute, dass sich die Technologie schneller entwickeln wird, als wir es uns überhaupt vorstellen können.

Unvorstellbare Rechenleistung

Was gesichert gesagt werden kann ist, dass Quantenmechanik und Quantencomputer ein sehr abstraktes Thema darstellen und nur wenige wirklich verstehen, wie die „Qubits“ (Quantenbits) funktionieren. Damit können unglaublich hohe Rechenleistungen getätigt werden, die jede Rechenleistung heutiger Supercomputer in den Schatten stellen. Keine Verschlüsselungsmethoden, weder die heutige RSA-Kryptographie für Datenübertragung noch die Blockchain-Technologien, wären mehr sicher. Digitale Identitäten und Finanztransaktionen, Open Banking-Anbindungen über API-Schnittstellen oder hochfrequente Börsentransaktionen: Das alles würde in Kürze veralten, denn sie sind langsam und vor der enormen Rechenleistung der Quantencomputer nicht mehr sicher.

Qubits im Zahlungsverkehr?

Sollte uns dies beunruhigen? Ich denke nicht. Die Industrien werden sich mit neuen Verschlüsselungen der gegebenen Situation anpassen. Es ist eher unwahrscheinlich, dass mit dem stabilen und etablierten Zahlungsverkehr begonnen wird. Doch ich sehe es als realistisch an, dass der Finanzmarkt im Aktienhandel sowie im Asset oder Wealth Managements durchaus Potential hat, Quantencomputing einzusetzen. Die Big four IBM, Microsoft, Huawai und Google forschen seit längerem an Quantencomputern und für die typischen Finanzmarktthemen wie die Analyse von Szenarien, Markt-Simulationen und Automatisierungen wäre die Technologie prädestiniert.

Insbesondere die Automatisierung diverser Ökosysteme wird eine massive Revolution erfahren, da wir zukünftig die Informationen nicht mehr in strukturierte oder unstrukturierte Daten unterteilen, sondern sich die Informationen (Qubits) ihre Empfänger selber suchen und verbinden werden. Damit werden die allgemeinen Intermediärfunktionen, die zwischen den diversen Ökosystemen operieren, ausgehebelt, und die Wertschöpfungsketten verkleinert. Die heutigen Transaktionsmodelle werden verschwinden und neue, auf Vertrauen ausgerichtete Peer-to-Peer-Modelle (reine Bestätigung von Überweisungen, Kreditaufnahmen usw. des Empfängers wie des Senders) über Qubit-Hyperledger-Ansätze gefördert und damit die Transparenz in den Systemen gestärkt.

Szenarien in naher Zukunft

Ist es nun eine Chance oder eine Gefahr für die Zukunft? Für die Banken bedeutet dies, dass sie ihre heutigen E-Banking Plattformen im ersten Schritt als Kundenschnittstellen mit künstlicher Intelligenz und Blockchain-Technologien (z.B. für SMART Contract) ausbauen. So können sie personalisierte Dienstleitungen inklusive Dritt-Angeboten über automatisierte Datenanalysen zur Kundenbindung anbieten. Damit sichern sie sich ihren Platz in einer Zukunft, die mit Peer-to-Peer Lösungen und entsprechend ohne E-Banking Plattformen auskommen wird.

Aus der Sicht von PEAX ist es eine Chance, da wir als Interaktionsplattform die Ökosysteme für unsere Userinnen und User präsentieren und personalisiert verbinden, ihnen die Hoheit über ihre eigenen Daten geben und sie wieder in den Mittelpunkt des Geschehens stellen.

Ob sich mein Gedankenexperiment erfüllen wird oder nicht hängt davon ab, wie schnell sich die Technologie entwickeln und etablieren wird. In jeder Hinsicht bin ich gespannt und freue mich auf die weiteren Entwicklungen.